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Besondere Merkmale

Tiefbohren

Tieflochbohren zeichnet sich vorrangig durch zwei Merkmale aus:

1.) Hochdruck-Kühlschmiermittelsysteme Während herkömmliche Metallbearbeitungsmaschinen mit Regeldrücken von 5 bis 10 bar bei der Innenkühlung arbeiten, werden beim Tieflochbohren Kühlschmiermitteldrücke von bis zu 200 bar verwendet. Dieser hohe Druck ist erforderlich, um ausreichend Kühlschmiermittel durch die Kühlkanäle der Bohrwerkzeuge zu bringen. Weil das Kühlschmiermittel neben den Funktionen des Kühlens und des Schmierens an sich beim Tieflochbohren auch den Transport der Späne bewerkstelligen muss, ist die zur Verfügung stehende Kühlschmiermittelmenge von zentraler Bedeutung . Beim Tieflochbohren mit sog. Einlippenbohrern (ELB) wird das Kühlschmiermittel innen durch das Werkzeug an die Schneide geführt, umspült diese und transportiert beim Weg aus der Bohrung heraus die Späne ab.

2.) Die Führung des Bohrkopfes an der eigenen Bohrung Anders als herkömmliche Spiralbohrer zentrieren sich spezielle Tieflochbohrer nicht selbst. Sie benötigen diese Zentrierfunktion nicht, weil sie ihre Ausrichtung an der eigenen Bohrung finden. Das Tiefbohrwerkzeug zentriert also nicht durch eine möglichst zentrische Spitze an der Stirnseite (sprich: am Bohrungsgrund), sondern richtet sich an der zylindrischen Mantelfläche der Bohrung aus. Das Tiefbohrwerkzeug hat hierzu eine definierte Kopfform, die sich mit Hilfe von Gleitleisten unter dem Schnittdruck an der Bohrungswandung anlehnt und dadurch eine sehr exakte Ausrichtung bekommt. Ein Tiefbohrwerkzeug benötigt deshalb zum Anbohren eine Führung, die im Durchmesser möglichst genau der zukünftigen Bohrung entsprechen soll. Das wird im Regelfall durch Bohrbuchsen erreicht, man kann jedoch auch im Werkstück eine sog. Start- oder Pilotbohrung einbringen. Während beim herkömmlichen Spiralbohrer kleinste Abweichungen in der Symmetrie der Schneiden sofort zu deutlichen Verlaufskurven führt, kann das Tiefbohrwerkzeug durch die Führung an der zylindrischen Mantelfläche sehr große Bohrtiefen erreichen, ohne dabei eine nennenswerte Verlaufskurve zu beschreiben.

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